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Die bekanntermaßen schwierige Schiedsrichtersituation im Bereich des saarländischen Handball-Verbandes hat zum kommenden Wochenende eine neue Dimension angenommen. Denn erstmals wurden am Samstag gleich zwei Spiele in der höchsten saarländischen Spielklasse, der Saarlandliga, wegen fehlender Schiedsrichter durch den Verbandsmännerwart Jürgen Schank abgesetzt. Betroffen waren die Begegnungen zwischen der zweiten Mannschaft des SV 64 Zweibrücken und dem HC Überherrn sowie zwischen dem TV Altenkessel und dem TuS Elm-Sprengen. Dass eines dieser beiden Spiele, nämlich das der SV-Zweiten, am vergangenen Mittwoch zum ursprünglichen Termin wieder angesetzt wurde, kann über die ernsthaften Probleme im Schiedsrichterwesen des HVS nicht mehr hinwegtäuschen.
Gerade in unteren Klassen, daran waren die Vereine schon gewöhnt, waren in früheren Jahren immer wieder einmal Spiele nicht mit Schiedsrichtern besetzt worden. Auch die Tatsache, dass Verbandsligaspiele immer häufiger nur noch mit einem Einzelschiedsrichter und nicht wie normalerweise gewollt, einem Schiedsrichtergespann besetzt werden, ist seit dieser Saison keine Überraschung. Dass allerdings Spiele in der höchsten saarländischen Männerklasse ausfallen müssen, ist Neuland, wobei bereits ein Spiel, nämlich das des HC Überherrn gegen die VTZ 2, kurz vor Weihnachten ebenfalls mangels Schiedsrichter ausfallen musste und bislang auch noch nicht neu terminiert werden konnte. Jürgen Schank hatte vor der Absetzung versucht, in Absprache mit den Vereinen das Spiel von Samstag auf Sonntag zu verlegen, was dank der flexiblen Mithilfe des Zweibrücker Sportamtes sogar gelungen wäre, nur hatten die Überherrner Spieler sonntags keine Zeit, kam eine Verlegung also zu kurzfristig. „Ich bin natürlich bemüht, den Spielbetrieb in den von mir betreuten Klassen aufrecht zu erhalten“, war Schank gezwungen, zahlreiche Telefonate in dieser Sache zu führen. Nun sind diese Probleme des HVS allerdings nur bedingt Probleme des Verbandes. Sie sind vielmehr Probleme der Handballvereine oder eines jeden Handballers. Denn ohne Schiedsrichter gibt es auch kein Handballspiel. Und dass beispielsweise die 64er selbst, deren Handballabteilung insbesondere im Jugendbereich eine wahnsinnige Entwicklung genommen hat, wegen der vielen am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften ein deutliches Schiedsrichteruntersoll zu verzeichnen hat, ist ebenfalls hinlänglich bekannt. Gerade zum Jahreswechsel wurde die Handballabteilung des SV 64 Zweibrücken deshalb wieder mit 1.500 € „bestraft“, mit einer stolzen Summe also, die anderweitig in der Abteilung wesentlich besser aufgehoben wäre. „Wir gehen mit dieser Geschichte deshalb auch so offensiv um“, bemerkte deshalb auch Abteilungsleiter Christian Gauf in diesem Zusammenhang, „weil wir hoffen, dass sich der ein oder andere Handballer oder auch frühere Handballer bereit erklärt, eine Ausbildung zum Schiedsrichter zu machen. „Wir haben mit Ortwin Gilcher, dem Lehrwart im saarländischen Schiedsrichterwesen sogar eine Absprache, dass er einen Lehrgang in Zweibrücken durchführen würde, wenn wir genügend Leute zusammen bekämen“, schildert Gauf. Der Zweibrücker Abteilungsleiter hat sich vorgenommen, zumindest im eigenen Verein Werbung zu machen, um einige neue Schiedsrichter zu gewinnen. Dass die Maßnahme des HVS, die D- und E- und F-Jugendspiele durch Jugendliche leiten zu lassen, die unter dem Stichwort „Jugend pfeift Jugend“ oder „JpJ“ in einem Schnellkursus ausgebildet wurden, ein überaus positiver Ansatz ist, konnte der Zweibrücker Abteilungsleiter nur bestätigen: „Bei uns sind mit Aris Wöschler, Stefan Schließmeyer, Malte Flickinger, Tim Burkholder, Christoph Friesen und Dietmar Kühnel sechs Jungs im Einsatz, die sehr gute Ansätze zeigen“, hofft Gauf darauf, dass der ein oder andere dieser Jungs vielleicht tatsächlich die komplette Schiedsrichterausbildung absolvieren wird. Der Lehrgang ist normalerweise an einem Wochenende von freitags bis sonntags, sehr komprimiert. Am Ende legen die neuen Schiedsrichter eine Prüfung ab und können dann bereits für Handballspiele eingesetzt werden. Ganz wichtig wäre es allerdings, wenn Handballspieler, die ihre aktive Laufbahn beendet haben, sich der Schiedsrichterrei widmen würden. Auch hier hat der Verband hervorragende Regelungen, da Spieler und Trainer in verkürzten „Crash-Kursen“ zum Schiedsrichter ausgebildet werden können. Nur die Resonanz auf solche Maßnahmen war in letzter Zeiter leider eher dürftig.
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